Warum sollten wir in Gesprächen tiefgründiger sein?

Etwa 16 000 Wörter reden wir am Tag. Was wir damit alles machen könnten! Wir könnten über Träume sprechen und Hoffnungen, wir könnten über den Ursprung des Universums philosophieren und darüber, ob Zeit wirklich alle Wunden heilt. Wir könnten die Beziehung zu uns und der Welt jeden Tag neu ausloten und verbessern sowie auch mehr über andere Menschen erfahren. Stattdessen starren viele auf ihre Smartphons oder in den Laptop.

In alltäglichen Unterhaltungen beginnen wir oft schon zu sprechen, bevor wir genau festgelegt haben, was wir sagen und wie wir es formulieren wollen. Wie schnell plappern Menschen etwas dahin, ohne sich vorher im Klaren darüber zu sein, welche Auswirkungen Worte haben. Dass eine Aussage beim Vis-à-Vis oder in einer Gruppe Reflexe und Empfindungen auslöst, ist unbestritten. Die Frage ist, welche?

Aufgrund dieser Tatsache und im Hinblick was Worte an Positivem wie auch Negativem herbeiführen können, begann ich mich intensiver und umfangreicher mit dem Thema „Botschaften senden und empfangen“ zu beschäftigen.  In den vielen Gesprächen mit Menschen, wurde mir immer bewusster, wie schnell Missverständnisse, Verletzungen und Misstrauen in Gesprächen entstehen können. Sehr oft noch bevor das Gegenüber sich oder wir uns zur eigentlichen Sache, also dem effektiven Grund des Austausches, mitteilen bzw. äussern konnten.    

Je sensibler ein Gesprächsthema, desto gewählter sollten unsere Worte sein.
Weshalb reden viele Menschen über Belangloses?

Wer möchte, dass seine Gespräche nicht nur oberflächlich ablaufen, muss mutig sein. Zu einem tiefgründigeren Gespräch gehört auch, dass wir uns öffnen, ehrlich sind und vielleicht auch den einen oder anderen verletzlichen Punkt offenbaren. Tiefgang bedeutet eben auch in die Tiefe zu gehen und offen zu sein, um Vertrauen zu schaffen.

Mehr noch: Ohne tiefe und ehrliche Kommunikation stellt sich schnell ein Gefühl der inneren Leere ein. Es ist die Intensität innerhalb der Beziehung, die uns dann fehlt. Die „Herzens-“Verbindung. Das ehrliche Feedback. Bei Gesprächen geht es nicht um ein reines Abklopfen der Fakten, des Wetters oder anstehender Termine.

Ein schönes Gespräch zu führen, weder über den Alltag noch darüber, was heute auf unseren To-Do’s steht, ist manchmal gar nicht so leicht, doch wenn wir wollen, uns trauen und uns dies zu Herzen nehmen, gelingt das auch.